Dr. Miriam Weigel: mit nur 27 Jahren den Doktortitel der Mathematik in der Tasche

Dr. Miriam Weigel ist seit Anfang 2017 an der DHBW Mannheim beschäftigt und hat parallel zu ihrer Arbeit im Hochschulverbundprojekt optes zum Thema Jacobiformen und L-Funktionen (Komplexe Analysis) an der Naturwissenschaftlich-Mathematischen Gesamtfakultät der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg promoviert. „Es war schon eine anstrengende Zeit, in der Freundschaften und Freizeit zurückstehen mussten. Der Fokus lag fast immer auf Arbeit und Forschung“, so Weigel. Doch es hat sich gelohnt, denn sie ist ihren Zielen ein ordentliches Stück nähergekommen: in der Hochschullehre tätig sein und eine Professur bekleiden.

Diese Ziele hatte Dr. Miriam Weigel schon früh, weshalb sie sich auch nicht für ein Lehramtsstudium in Mathematik entschied, sondern für einen Bachelor mit anschließendem Master an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. In dieser Zeit öffneten sich einige wichtige Türen: Sie leitete Mathematik-Tutorien, lernte ihren zukünftigen Doktorvater Herrn Prof. Dr. Winfried Kohnen kennen und übernahm neben dem Bachelor-Studium einen Mathematik-Lehrauftrag an der DHBW Mannheim im Studiengang Informatik. Letzterer bestätigte sie nicht nur in ihrem beruflichen Vorhaben, sondern führte sie auch zu optes, ein Drittmittelprojekt unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhold Hübl, das Studierende und Studienanfänger*innen im Selbststudium unterstützen und auf mathematik-affine Fächer vorbereiten soll.

Vielleicht Glück, vielleicht Lohn für Zielstrebigkeit und Disziplin: Direkt im Anschluss an ihren Master konnte sie bei optes durchstarten. Befristet auf 3 Jahre und in Teilzeit bot sich damit ein optimaler zeitlicher und inhaltlicher Rahmen für ihre Doktorarbeit. Und ein hervorragender Ausgleich zur „einsamen Arbeit in der Forschung“. Mathematik-Aufgaben auf Studienanfängerniveau erarbeiten und unterschiedliche Online-Formate für Selbsttests konzipieren – und das in einem kollegialen, verständnisvollen Team aus Mathematiker*innen. Hohe Mathematik erforschen auf der einen, studienrelevante Mathematik zielgruppengerecht und verständlich aufbereiten auf der anderen Seite. „Die Vielseitigkeit im optes-Projekt habe ich sehr geschätzt, vor allem im Gegensatz zur intensiven Auseinandersetzung mit einem Thema in der Dissertation“, berichtet Dr. Miriam Weigel. Sackgassen inklusive: Zwischendurch steckte sie mit ihrer Forschungsarbeit ein halbes Jahr lang fest. Doch nach zahllosem Rumprobieren, durchwälzter Forschungsliteratur und Austausch mit Prof. Kohnen, mit Prof. Hübl und anderen Mathematiker*innen konnte sie die Problemstellung lösen – auf einmal hat alles funktioniert. „Ich bin froh, dass ich wusste, was mir liegt und was ich will“, so konnte sie die Krise überwinden. Dieses Wissen gab ihr auch die nötige Sicherheit, um als junge Frau in einer Männerdomäne zurechtzukommen. Wobei Miriam Weigel hier Entwarnung gibt. „Die Mathematiker sind eher bescheiden und offen. Es herrscht ein nettes Miteinander. Ab und zu wurde ich auf internationalen Konferenzen interessiert beobachtet, aber die Teilnehmer haben sich schnell von meiner Kompetenz überzeugen lassen.“

Allein hätte sie das alles nicht geschafft, so Weigel, und richtet ihren ausdrücklichen Dank an ihren Doktorvater, Prof. Dr. Winfried Kohnen, an ihren Vorgesetzten und Mentor an der DHBW Mannheim, Prof. Dr. Reinhold Hübl, an ihre Kolleg*innen im optes-Team, die ihr wie Prof. Hübl stets mit Flexibilität und Hilfsbereitschaft den Rücken gestärkt haben, und an ihre Familie für den 100 %-igen Rückhalt.

Mittlerweile hat sie an der DHBW Mannheim eine Festanstellung im ZeMath, das mathematische Studienvorbereitungskurse für den Studienbereich Technik gestaltet und organisiert: ein mathematisch spannender Job mit einem bunten Strauß an Aufgaben. Seit diesem Semester leitet sie außerdem 2 Kurse in Mathematik: Lineare Algebra in Informatik - Cyber Security (1. Semester) und Mathematik 3 im Maschinenbau (3. Semester). Dort hat sie auch schon Studierende getroffen, die sie aus der Studienvorbereitung kennt – und die sich über das Wiedersehen gefreut haben.